Mittwoch, 8. Oktober 2008

Kopenhagen 26/09/08

So langsam kann ich mich "professionelle Fremdenführerin" nennen, inzwischen kenne ich Kopenhagen fast wie meine Jackentasche. Aber ich beginne mal von Vorne, angfangen hat alles mit Hannah, die am 25.9. um 13.30 am Kopenhagener Flughafen (oder auch Kobenhavns Lufthavn) ankam. Man muss schon dort gestehen, dass die Dänen den deutschen (naja, zumindest den Flughäfen die ich so kenne) einen Schritt voraus sind und ein interaktives Bildschirmystem für die Wartenden haben. Mit genauer Minutenanzahl bis die Koffer aufs Band kommen und bewegenden Koffern, wenn die dann Koffer zum abholen bereit sind. Naja, aufjedenfall gings an Hannahs erstem Tag in Dänemark gleich mal nach Kopenhagen.
Das erste sehr fasziniernende war die Kopenhagener U-Bahn, die ja schon länger als die Nürnberger führerlos fährt
Mit der Metro gings nach Chistianshavn, ein Gebiet, dass durch die vielen Kanäle und bunten Häuser sehr an die Niederlande erinnert. Dann gings vorbei an der Vor Frelsers Kirke, die einen der besten Ausblicke auf Christianshavn gewährt,
leider nicht für uns, denn momentan wir die Kirche renoviert.
Unser Ziel war das berühmt, berüchtigte Christiania.
Der Fristaden Christiania feierte 2006 sein 35 jähriges Jubliläum. Ursprünglich standen hier Kasernen, als diese jedoch 1971 geräumt und dem Verfall preisgegeben wurden zogen bald die ersten "Slutstormer" (Hausbesetzer) ein. Am 13.11.1971 wurde mit dem "Freistaat Christiania" eine unabhängige Gesellschaft begründet, die nach ihren eigenen Regeln lebt. Jedoch erst 1991 wurde das soziale Experiment schließlich legalisisert. Auch am 26. 09.2008 wurde wieder der Geburtstag Chritianias gefeiert, alles war geschmückt und überall, wirklich überall wurden eigentlich verbotene Substanzen geraucht. Der Verkauf von Marihuana und Haschisch ist in diesem Gebiet legal und somit immer noch ein politsiches Reizthema in Kopenhagen. Aber immerhin sind harte Drogen durch eine freiwillige Junkblockade tabu.
Ansonsten lässt sich sagen, dass das Gebiet an sich wunderschön und idyllisch ist, wie ihr euch auf den folgenden Bildern überzeugen könnt. Mir persönlich wäre es zwar zu alternativ dort zu wohnen, aber man kann schon verstehen warum Aussteiger ein Leben dort führen möchten.


Nach dem Schnupperkurs in alternative Leben ging es zurück nach Norreport und dann mit dem Bus nach Norrebro, wo man den Assistens Kirkegard findet, denn wir nicht mehr angeschaut haben, der aber wohl sehr sehenswert sein soll. Zurück ging es an den Seen Kopenhagens vorbei, genauer gesagt am Peblinge und Sortedams So. Hier erwarteten uns ein traumhafter Sonnenuntergang und ein tolles Panorama, so dass wir spontan beschlossen, all unseren künstlerischen Ambitionen freien Lauf zu lassen.




Zu guter letzt muss hier ein riesiges Dankeschön an Majken stehen, meiner Mentorin, die uns an diesem Tag geführt hat und uns so einen Einblick in das nicht-touristische Kopenhagen gewährt hat.

Montag, 22. September 2008

Kepsejling 11/09/08

Wie schon erwähnt werden die Basisstudien hier in verschiedene Häuser eingeteilt. Einmal im Jahr trifft man sich dann an unserem Uniteich und tritt mit selbstgebauten Booten gegeneinander an. Sinn des Ganzen?? Spaß und Alkohol (ich denke so langsam überrascht es keinen mehr). Wir hatten mal wieder richtig Glück mit dem Wetter, denn nachdem es morgens noch relativ düster aussah, klärte es zum Rennen auf. Nachdem sich alle an der einen Seite des Sees eingefunden hatten,

ging es dann auch schon los. Erstaunlicherweise hielten die Boote doch ganz schön was aus. Vor allem dem folgendem, einer einfachen Konstruktion aus Holzlatten und Plastiktüten hätte wohl keiner von uns zugetraut, dass es länger als eine Sekunde auf de, Wasser schwimmt.

Am besten haben mir aber die beiden gefallen, die nur mit Ballons bekleidet in das ungefähr 15 Grad kalte Wasser starteten.

Wer dann letztendlich gewonnen hat ist mir nicht so ganz klar geworden, mag auch daran liegen, dass ich die zweite Runde verpasst habe.

Aber es war auf jeden fall, wie die meisten Partys hier, Spaß pur, wenn wir uns auch alle etwas mehr vorgestellt hätten!

Arsfest 19/09/08 -PARENTAL ADVISORY-

Diesen Freitag war es endlich soweit: DIE Party des Jahres, das Arsfest, oder auch Annual Party. Von Studenten für Studenten. Es gibt verschiedene Zelte und die letzten Jahren waren zwischen 7000 und 10.000 Leute da. Dieses Jahr wurde mit etwas weniger gerechnet, denn nach Budgetkürzungen kosteten die Karten 100 DK (~14 Euro). Der Aufbau begann schon Tage vorher, denn das ganze Gelände wurde abgesperrt, damit auch ja keiner ohne Karte Zugang hat.
Angefangen hat der Abend erstmal mit einer Kochorgie, denn jedes der Häuser hatte ein Hausparty. Erstmal musste aber mal wieder die Aussicht auf dem Balkon genossen werden:
Dann aber höchste Konzentration, hier Hanna beim Schmücken ihres Schichtpuddings:

Dann ging es los zur Party, hier schonmal ein kleiner Ausblick auf die Bachelorzelte, diese standen nur circa 400m von unserem Wohnheim entfernt, was uns nachts noch etwas Schlaf kostete, denn die Bässe waren extrem laut.
Die Hausparty des English Department, welches ja nur aus ~20 Personen besteht, war eher eine Dinner Party mit netter Musik, Buffet und netter Unterhaltung. Das Essen war aber extrem lecker, auch wenn wir danach alle erstmall zu voll waren um uns zu bewegen.

Aber dann gings los auf die "richtige" Party. Und hier gleich eine Warnung: Eltern und EPrsonen unter 18 lesen folgende Inhalte auf eigene Gefahr!! :-)
Gittsei Dank hatten wir uns schon im Voraus um gutes Schuhwerk gekümmert, Stiefel, Julia und ich haben uns sogar für Gummistiefel entschieden, was sich im Laufe des Abends auch als äußert vorteilhaft erwießen hat.
Wir mussten uns erstmal auf das gleiche Level wie die Dänen bringen, aber mit Schnaps für 1,50 war das schnell zu machen, die echten Dänen hatten ja mal wieder schon um 14 Uhr mit dem Feiern angefangen. Dann gings los in die Partyzelte: Erster Halt für Hanna, Janelle und mich: HipHop. Von dem Spanier im HIntergrund weiß cih leider den NAmen nicht, aber sein Lieblingswort ist. Yess!
Dann gings weiter ins Angels and Devils Zelt mit einer Live-Rockband. Alles sehr laut, aber mit einem gewissen Alkoholpegel und den richtigen Leuten macht es einfach Spaß!!



Weiter ins 90er Zelt, das schon von außen dampfte, von innen wars auch nicht viel besser, aber einfach genial. Hier wurden wir an unsere Jugend erinnert und durften zu Hits wie "Barbie Girl" der dänischen Band Aqua, "Wannabe"der best Gilpowerband ever, den Spice Girls und "Backstreets Back" der unvergessenen Backstreet Boys etc. tanzen.
Inzwischen hatten auch einige von uns diese tollen Leuchtstäbchen ergattert, die natürlich sofort in die sehr rhytmischen Tanzbewegungen eingebaut werden mussten.
Nachdem sich Hanna und Melanie dann, ganz in dänischer Manier kurz im Gebüsch ausgeruht hatten,
und wir einen kleinen Mitternachtssnack, der natürlich aus einem Hotdog bestand, zu uns genommen hatten
gings nochmal in die Bachelorzelte. Diese waren uns allerdings viel zu laut, wir sind halt nun doch schon etwas älter :-)
Wie man übrigens auf dem oberen Bild und auch bei dem Bildern aus dem Angels Zelt erahnen kann hatten alle Zelte verschiedene Mottos und waren auch dementsprechen dekoriert. Hier eben zum Beispiel das Seemanszelt, neben dem Weihnachtzelt und dem Valentinstagszelt, wo man den Türsteher einn Schmatzer auf die Backe drücken musste um reingelassen zu werden.
Wir verzogen uns dann lieber nocheinmal in da 90er Zelt. Am Schluß noch ein letztes Foto mit Janelle, Hanna, Julia und mir,

bevor es dann um 3.30 nach Hause ging, wo wir verzweifelt versuchten bei den Bassvibrationen einzuschlafen, es gelangt uns dann um 5, als die Party offiziell zu Ende war.
Es war eine richtig tolle Party und ich kann nur jedem empfehlen, der zu dieser Zeit in Roskilde ist sich irgendwie eine Karte dafür zu besorgen!!
Was ich persönlich noch sehr faszinierend fand, war, dass Samstag morgen um 10 (ja, ich bin ganz brav früh aufgestanden um an meiner Hausarbeit zu arbeiten...) die Zäune schon weggearäumt waren. Ich frage mich immernoch wer nüchtern genug war um das so toll aufzustapeln.....

Nordküste/Nordsjaelland 23/08/08

Auf den völlig verregneten Samstag folgte ein wunderschöner, sonniger Sonntag. Dieser wurde dann sofort für einen Autoausflug an die Küste genutzt. Der Ausflug startete mit Fredensborg Slot, der meistgenutzen königlichen Residenz.

Ich muss leider zugeben, dass sie irgendwie nicht so wirklich beeindruckend war. Das tollste war eigentlich der Park und die eckig geschnittenen Bäume.

Dann gings weiter nach Frederiksborg Slot, der ehemaligen Residenz des Königshauses die inzwischen in ein Museum umgewandelt wurde. Hier wurden bis zum Bau von Fredensborg Slot die dänischen Monarchen gekrönt.
Im Westflügel befindet sich die Slotskirke, die wunderbar aussieht und in der auch noch Joachim getraut wurde.
Das Museum an sich war auch sehr interessant, Sehr witzig war das ehemalige Audienzzimmer, hier gibt es eine Art Aufzugstuhl. der König wurde hier hochgefahren und konnte bei Bedarf einfach wieder im Boden verschwinden.
Im Museum gab es für meinen Geschmack zu viele Gemälde. Allerdings waren einige davon auch spannend und amüsant. So zum Beispiel eines auf dem sich, wenn man an ihm vorbeigeht, die Füße der Personen mitbewegen. Oder auch ein Portrait von Königin Margrethe II. Zu beachten ist, dass neben ihr weltlich, "normale" Literatur steht, zum Beispiel "Der kleine Hobbit". Das blaue Abzeichen steht übrigens für den Elefantenorden, dem exklusivsten Orden Dänemarks.
Das nächste Highlight waren die Barrockgärten des Schlosses. Dieser Garten, der 1725 von Fredrik IV. angelegt wurde, zählt heute zu den schönstenseiner Art in ganz Europa. So wie man ihn heute sieht, wurde er allerdings erst 1993-1996 rekonstruiert.
Dann gings weiter nach Kronenborg/Helsongör. Das Schloß Kronenborg wurde von Shakespeare als Vorlage für das Schloß in Hamlet (das ist das Stück mit"something's rotten in the state of denmark"...) verwendet. Wir haben es uns allerdings nicht mehr von innen angeschaut, denn zu diesem Zeitpunkt waren wir alle etwas hungrig und dadurch sehr quengelig :-)
Eine weitere Besonderheit hier ist, dass man die schwedische Küste mit dem bloßen Auge sehen kann. Man erreicht in 20 Minuten Helsingborg, das schwedische Pendant zu Hesingör.
Dann ging es weiter über die Küstenstraße nach Hornbaek, wo wir erst einmal eine Essenspause einglegten und die besten Hamburger der Welt gegessen haben. Hier gibt es auch, wie an der ganzen Nordküste einen Sandstrand über dem die "Blaue Fahne" weht, das Symbol für sauberes Badewasser.
Leider war es doch etwas zu kalt und schon zu spät um noch aktiv die Badequalität zu testen.
Weiter gings nach Gilleleje, dem nördlichsten Ort Seelands, der vor 500 Jahren von Heringsfischern gegründet wurde. Der Strand war traumhaft und das ganze nioch bei Sonnenuntergang, aber ich lasse wohl am besten Bilder sprechen: